Der Krampus, oder auch Knecht Ruprecht genannt, ist der dunkle Begleiter des
Hl. Nikolaus. Er ist gefürchtet. Er wird gerne abgewertet. Auf jeden Fall ist er äusserst unbeliebt.
Heute – am 5.12. – ist mein Geburtstag. Ich bin ein Krampus. Das wurde mir als Kind sehr oft gesagt und es hat bedeutet, dass ich unangepasst und deshalb unbeliebt war. Mit dieser Bewertung ging ich viele, viele Jahre durchs Leben.
Doch dann gab es einen Moment, der für mich alles veränderte:
Im Herbst 2013 saß ich auf dem Berg Sveti Nicolai – an der Rückwand der Kapelle, die dem Hl. Nikolaus geweiht ist – hoch über dem Meer auf der Insel Hvar und wartete auf den Sonnenaufgang. Ich beobachtete still, wie sich das Licht langsam von Osten her ausbreitete. Es sah aus wie eine Bugwelle, die das Sonnenschiff vor sich herschob. Ich war nicht allein, die anderen Teilnehmer einer Shiatsu-Fortbildung saßen in einigem Abstand am Hang verteilt. In dieser Zeit der meditativen Achtsamkeit hatte ich plötzlich das Gefühl, jemand stehe hinter mir, groß und mächtig. Ich erschrak und fürchtete mich sehr. Und ich sah die weiß gekleidete Gestalt mit einem Schwert in der Hand und viele Menschen und Tiere strömten auf sie zu, Schutz suchend und findend. Ich war überwältigt von der Ausstrahlung dieser Gestalt und von meinen eigenen Empfindungen. Zuerst dachte ich, ich sehe einen Engel, aber gleich darauf wusste ich, dass das nicht zutreffend war. Ich staunte und langsam fühlte ich, dass dieses Wesen ein Teil meiner selbst war. Langsam verblasste die Erscheinung und ich blieb erschüttert zurück. Erst der Sonnenaufgang brachte mich wieder in die Realität zurück.
Viele Wochen dachte ich über dieses Wesen nach, plötzlich wusste ich es: meine Seele hatte sich mir gezeigt.
aus meinem Buch „Der wahre Reitlehrer ist das Pferd“, Verlag Spiritbooks,
ISBN 9783946435525
Ausgerechnet an der Kapelle des Hl. Nikolaus wurde mir gezeigt, dass viel mehr in mir steckt, als der vielzitierte Krampus. Mein Fokus wurde in der Kindheit auf ihn gerichtet und ich habe es als Erwachsene nicht hinterfragt. Aber dieser unangepasste, oft gefürchtete Anteil meines Selbst ist nur die halbe Wahrheit. Es gibt auch diesen hellen, mächtigen und weithin leuchtenden Anteil meiner Seele, der seine Fähigkeiten zur Verfügung stellt.
Der Hl. Nikolaus und der Krampus gehören zusammen, sie ergänzen sich wie Yin und Yang. Der Heilige war sicher kein Heiliger, bevor er heiliggesprochen wurde. Und er zeigt den dunklen Schatten an seiner Seite ganz ungeniert. Denn ohne den Schatten gibt es kein Licht, und umgekehrt. Die Transformation geschieht nicht durch das Licht, sondern durch das bewusste Annehmen der Schattenanteile.
Seit diesem Erlebnis lenke ich meinen Fokus auf mein Licht. Ich erlaube mir mehr und mehr, mit meinem Leuchten sichtbar zu sein, damit mich die Menschen leichter finden,
– die auch ihr Licht leuchten lassen wollen
– die Unterstützung auf diesem Weg brauchen,
– die von mir lernen wollen, mit den dabei auftauchenden Ängsten umzugehen
Ich bin dankbar, dass ich meine Licht- und Schattenanteile gut kenne und versöhnt mit ihnen durchs Leben gehe. Auch wenn es Zeiten gibt, in denen ich die „dunklen Geschenke“ fürchte, so weiß ich doch, dass es ohne sie keine „hellen Geschenke“ gibt.
Ich behalte meine „Geschenke“ nicht für mich, ich teile sie gerne mit dir!
Ich schenke dir 30 Minuten meiner Zeit für ein kostenloses Orientierungsgespräch. Buche bitte deinen Termin hier: https://www.calendly.com/pferdemenschen

