Speak the truth – Sag die Wahrheit.
Die Wahrheit auszusprechen, ist nicht immer leicht.
Die Wahrheit auszusprechen, ist oft konfrontierend. Jeder hat seine eigene Wahrheit.
Als kleines Kind habe ich kompromisslos Wahrheiten ausgesprochen. Damit stieß ich auf wenig Gegenliebe. Meine Mutter fühlte sich sehr oft durch mich blamiert.
Ich wurde konditioniert. Meine neuen Glaubenssätze waren:
„Verkneif dir die Wahrheit. Das kannst du doch so nicht sagen. Wahrheiten sind unangenehm.“
Doch die Sehnsucht blieb.
Die Sehnsucht nach der einen Wahrheit. Die Sehnsucht danach, dass mich die Menschen wahrhaftig lieben.
Die Sehnsucht danach das Ich liebenswert bin, so wie ich bin.
Mein Ziel war, geliebt zu werden. Ich versuchte es, in dem ich mich verbog. In dem ich versuchte, liebenswert zu sein. Liebenswert auf eine Art und Weise, wie sich meine Familie das wünschte. Wie sich meine Partner das wünschten. Meine Seele, war unglücklich.
Und doch gab es Wesen in meinem Leben, da durfte ich so sein, wie ich bin. Die wollten, dass ich so bin, wie ich bin. Wahrhaftig und authentisch. Da spürte ich diese magische Verbindung voller Liebe. Denn dann wandten sie sich mir zu, die Pferde.
Die Pferde wurden meine treuen Freunde. Sie teilten ihre Wahrheiten mit mir.
Sie sagten immer die Wahrheit. Sie zeigten unverfälscht ihre Bedürfnisse. Auf sie konnte ich mich verlassen. Wenn ich so tat ‚wie wenn’, wandten sie sich ab von mir. Sie wollten mich ganz und wahrhaftig.
Mein größter Antrieb war die Liebe.
Die wahrhaftige Liebe.
Kein „ich muss Jemand werden“.
Kein funktionieren müssen.
Ich fühlte mich sehr oft zerrissen zwischen den Anforderungen an mich und an die Liebe, und der tatsächlichen Liebe. Sehr oft traf ich Entscheidungen, die sich nicht wahrhaftig anfühlten. Ich wünschte mir Zuwendung und Liebe, und versuchte sie mir zu erkaufen. Doch die Liebe lässt sich nicht kaufen.
Ich gab nicht auf. Ich beschloss, meiner inneren Wahrheit zu folgen. Ich gab meiner Seele mehr Raum.
Ich beachtete meine Gefühle.
Ich beachtete meine wahren Gefühle, die schönen und die unschönen.
Ich scheiterte, weil ich nicht mehr, wie erwartet, funktionierte.
Ich scheiterte, weil ich mich nicht mehr anpasste.
Ich scheiterte, weil ich die Wahrheit sagte.
Doch dieses Scheitern war ebenso konditioniert. Denn gleichzeitig gestattete ich meiner Seele zu wachsen.
Ich gestattete ihr mehr und mehr ihre Wahrheit auszudrücken.
Ich gestattete mir selbst, meine wahren Gefühle auszudrücken und mir selbst einzugestehen.
Das war meine größte Herausforderung. Es mir zu erlauben, die zu sein, die ich bin. Und ich erinnerte mich wieder an mich als kleines Mädchen.
Ich erinnerte mich an das Mädchen, dass Wahrheiten aussprach.
Ich erinnerte mich an den Schmerz, als mir diese Wahrheiten verboten wurden.
Doch jetzt hatte dieser Schmerz keine Macht mehr über mich. Mehr und mehr erlaubte ich mir, meine Wahrheit auszusprechen. Mehr und mehr begegneten mir Menschen, die dies schätzten. Meine Beziehungen veränderten sich. Sie wurden wahrhaftig. Sie wurden echt.
Wahrheiten berühren.
Mit meiner Wahrheit berühre ich andere Menschen, und sie finden zu ihrer Wahrheit.
Wenn ich andere Menschen berühre, werde ich selbst berührt.
Das ist die ganze Wahrheit.
